Samojede

Weiße Hunde werden seit Jahrhunderten vom Volk der Nenzen, nomadisierenden Jägern und Rentierzüchtern, die im zaristischen Russland auch Samojeden genannt wurden, gehalten und gezüchtet.
Die Tiere zogen bzw. trugen Lasten, hielten die Herden zusammen und dienten als Wachhunde. Nur die Härtesten und Leistungsstärksten überlebten nach dem Prinzip der natürlichen Auslese.
Die Genügsamkeit, gepaart mit der Schönheit dieser Rasse, ließen sie schnell über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet im westlichen Sibirien hinaus bekannt werden.

Mit Beginn der Polarexpeditionen interessierte man sich immer mehr auch in Nordeuropa für den Samojeden. So brachte 1889 Scott ein Pärchen aus Archangelsk mit, das den Grundstock einer schnell wachsenden Zucht bildete. In Nordamerika und Alaska, wohin der Samojede ebenfalls um die Jahrhundertwende gelangte, verwendet man ihn nach wie vor als Zughund, heute vermehrt bei Hundeschlittenrennen.

Bereits vor 1900 gehörte er zu den international anerkannten Schlittenhunderassen und erhielt sich diesen Ruf bis heute. Seine Stärke ist nicht die Schnelligkeit, sondern die ungewöhnliche Ausdauer.

Übersicht

Durchschnittliches Alter:
Der Samojede wird in der Regel 11 bis 12 Jahre alt.

Durchschnittsgröße und -gewicht:
Hündinnen werden 50 bis 56 cm groß und wiegen dabei 17 bis 25 kg. Rüden erreichen eine Größe von 54 bis 60 cm und wiegen 20 bis 30 kg.

Persönlichkeit, Charaktereigenschaften und Temperament:
Der Samojede ist ein freundlicher und aufgeschlossener Hund. Er ist munter und lebhaft mit einem sehr gering ausgeprägten Jagdinstinkt. Er ist ein geselliger Hund, der dennoch unabhängig bleibt. Samojeden sollten keinesfalls scheu oder aggressiv sein. Er eignet sich hervorragend als Schlittenhund, wobei er hier durch seine einzigartige Ausdauer bekannt ist. Obwohl er früher als Wachhund eingesetzt wurde, ist er dafür ungeeignet.

Zusammenleben mit anderen Haustieren:
Durch seine gesellige Art stellen andere Haustiere oder Hunde im Haus kein Problem dar.

Pflege

Der ganze Hund ist voll und buschig behaart mit dichter Unterwolle, durch die raue Deckhaare dringen. Die Läufe sollen eine wehende Behaarung zeigen, die sogenannten Federn; am Kopf und der Vorderseite der Läufe hat der Samojede kurze, glatte Haare. Typisch ist auch seine volle Mähne. Die Haarlänge betreffend existieren lang- und mittellanghaarige Varianten; es gibt aber keine ausdrücklichen Standardfestlegungen dafür. Außer dem reinen weiß sind als Farben weiß und bisquit sowie creme zugelassen.

Das lange Fell benötigt eine entsprechende Pflege. Tägliches Bürsten und Kämmen ist erforderlich um das Fell vor Verfilzungen zu schützen.

Entscheidungshilfe

Ideale Besitzer:
Der Samojede verfügt über einen besonders sanften Charakter, der mit einer engen Vertrautheit zum Menschen gepaart ist. Diese Kombination macht ihn unter den Schlittenhunden einzigartig. Er benötigt eine liebevolle aber konsequente Erziehung. Als Arbeitshunde finden sie heute jedoch immer selteneren Einsatz, stattdessen werden sie hauptsächlich als Familien- und Begleithunde gehalten. Mitunter wird er auch im Agility eingesetzt. Ausreichend Zeit für die Fellpflege sollte vorhanden sein.
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